Lernen zwischen Tomaten und Kartoffeln

Im Gemüsegarten wurden heute die frostempfindlichen Pflanzen eingesetzt. Tomate, Kürbis, Zucchini, Gurke und Mais gesellen sich nun zu Salat, Fenchel, Lauch, Zuckererbsen und co, die bereits seit einigen Wochen wachsen und gedeihen.

Nach kurzer Zeit war ein emsiges Treiben im Garten zu beobachten. Zu Beginn des Pflanztages hatten einige Schülerinnen und Schüler noch ein ablehnendes Verhältnis zum Garten: „Alles nur dreckige Erde hier!“. Nach ein paar Minuten zuschauen und Wasserholen im Ziegengehege nebenan, griffen doch alle eifrig zur Schippe und setzten die Pflänzchen behutsam ein.

„Wo sind nur die Pastinaken hin? Die haben die Schüler wohl für Unkraut gehalten und weg gehackt“ wunderte sich Karen Günther von der GemüseAckerdemie beim zweiten Besuch im Garten. „Immerhin wurde fleißig gejätet und gehackt“, schmunzelte Melanie Deck, die Lehrerin der Garten-AG.
Der Garten wird als Klassenzimmer in der freien Natur genutzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier nicht nur im Rahmen der Gesundheitserziehung viel über Gemüse und gesunde Ernährung, sondern nutzen den Garten auch für andere Unterrichtsinhalte, z.B. in den Naturwissenschaften, Mathe und Deutsch.
Die Faszination beim Beobachten der wachsenden Pflanzen soll zudem die Wertschätzung von Lebensmitteln fördern und dem achtlosen Wegwerfen von Essbarem entgegenwirken. Auch die praktische Arbeit mit den Gartengeräten ist wichtiger Bestandteil der Berufsvorbereitung der Schülerinnen und Schüler. Einpflanzen, hacken, jäten und mulchen sollen zu neuen Grundfertigkeiten an der Schule werden. Hier lernen auch die Lehrerinnen und Lehrer in den Gemüseackerdemie-Fortbildungen noch etwas dazu: Um einen besonders ressourcen- und wasserschonenden Anbau zu praktizieren, werden viele Beete mit einer Schicht aus Grünschnitt abgedeckt (=mulchen). Um neues Mulchmaterial zu bekommen, griffen heute die kräftigsten Schüler zum Handrasenmäher und schnitten besten Gänseblümchenmulch.

Da der Gemüseacker so malerisch in einem Privatgarten der Nachbarin Frau Lukas gelegen ist, wollen die Schülerinnen und Schüler den Garten auch als Oase der Ruhe für den Nachmittagsbereich nutzen. Entspannen in der Natur ist schließlich wunderbar, um neue Kraft für den Alltag zu schöpfen. Stress wird nachweislich durch Bewegung im Grünen abgebaut und soll von den Schülerinnen und Schülern aktiv als Strategie erlernt werden: Wenn ich gestresst bin, gehe ich raus uns bewege mich. Dies ist ein Aspekt der Resilienzförderung, die wichtiger Teil des entstehenden Leitbild der Schule ist, erklärt Schulleiter Michael Keßebohm. Chillen als Unterrichtsfach – darauf freuen sich besonders die älteren Schülerinnen und Schüler und beginnen bald im Werkunterricht mit dem Bau von gemütlichen Gartenstühlen.

>KLICK< für mehr Fotos