Schulgeschichte

Paul-Dohrmann_Bild3_kleinWer war Paul Dohrmann?

Paul Dohrmann (geboren am 7. Januar 1900, gestorben am 28. Juli 1957) ist Namensgeber unserer Schule. Er hat sich um das Sonder- bzw. Förderschulwesen in Deutschland verdient gemacht: Im Anschluss an das Lehrerseminar in Hannover war er zunächst Lehrer an einer sogenannten „Hilfsschule“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Rektor einer Volksschule, später Kreisschulrat, dann Regierungsrat und war zuletzt städtischer Schulrat in Hannover. 1949 wurde er bei der Neugründung des „Verband deutscher Hilfsschulen“ zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

Geschichte des Förderschulstandorts Scharnhorst
Es war einmal…

Die ersten Hilfsschulen entstanden mit Beginn der Industrialisierung in Dortmund 1883. Nach 1945 begann der Wiederaufbau und der Ausbau des Hilfsschulwesens. Es gab nun verschiedene Hilfsschulen für die verschiedenen Behinderungsarten. Man sprach von der Hilfsschule als eine „Leistungsschule“, denn auch an die geschädigten Kinder müssen Forderungen gestellt werden.

Die erste Hilfsschule in Dortmund-Scharnhorst wurde am 4.9.1948 an der Westholz-Schule errichtet. Der Hilfsschullehrer Adolf Berger (geb. 1891) wurde mit der Errichtung dieser Schule beauftragt. Er erhielt von der Kurler Schule zwei viersitzige Bänke, eine Tafel, ein Pult, einen Schrank, einen Kartenständer und einige Lernmaterialien. Diese erste Hilfsschule in Dortmund-Scharnhorst war einklassig und hatte 19 Schüler.

Im Schuljahr 1949/90 wurde die Hilfsschule in die Wambelerholz-Schule verlegt. Die Schülerzahl betrug 26. 22 Schüler nahmen an der Schulspeisung statt.

Auch im Schuljahr 1950/51 blieb die Hilfsschule einklassig und hatte 31 Schüler. In diesem Jahr konnte die Schule wegen Kohlenmangels nicht ausreichend geheizt werden. Die Kinder wurden abwechselnd vormittags und nachmittags unterrichtet. Die tägliche Unterrichtsstundenzahl wurde gekürzt. Bis 1957 erhöhte sich die Schülerzahl auf 51. Die Schule wurde zweiklassig. Frau Clara Schubert wurde als zweite Lehrkraft eingestellt.

Die Sonderschule Scharnhorst zog 1964 in ein umgebautes Gebäude nach Dortmund-Hostedde, Flughafenstraße 642, um. Die Schule wurde nun eigenständig. Sie bestand aus zwei Klassenräumen und einer kleinen Küche. Später wurde noch eine Baracke mit zwei Klassenräumen zusätzlich aufgestellt. 1966 bekam die Sonderschule Scharnhorst auf Beschluss des Rates der Stadt Dortmund den Namen Paul-Dohrmann-Schule. Zum Einzugsgebiet gehörten Derne, Kirchderne und Scharnhorst.

Durch die Errichtung der Großsiedlung in Scharnhorst erhöhte sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler 1967/68 auf 274 Kinder, die in 14 Klassen unterrichtet wurden. Als im Schuljahr 1968/69 die Zahl der lernbehinderten Schülerinnen und Schüler über 300 anstieg, wurden Klassen in die Rossegger-Schule Derne, in die Hostedder Schule und in die Greveler Schule (Kellerräume) ausgelagert.

Am 26. Februar 1971 wurde das neue Schulgebäude am Sanderoth 2-4 in Scharnhorst übergeben. Die Räume reichten jedoch nicht aus, so dass Schülerinnen und Schüler noch in weiteren acht Klassenräumen der Kautsky-Grundschule unterrichtet werden mussten.

1978 wurde die Sonderschule Lanstrop aufgelöst. Auch deshalb stieg die Schülerzahl der Paul-Dohrmann-Schule auf ca. 400 Kinder. Schulleiterin in dieser Zeit war Gisela Michels.

1985 wurde Dörte Klasen neue Schulleiterin an der Paul-Dohrmann-Schule. In den 90er Jahren pendelte sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf ca. 140 ein.

Im Sommer 1990 verließ nach mehr als 42 Dienstjahren der Konrektor Eduard Hennig die Paul-Dohrmann-Schule. In seine Funktion rückte im März 1991 Margret Deventer nach. Nach Erkrankung und Pensionierung der Schulleiterin Dörte Eickmann (früher Klasen) im Herbst 1998 wurde Margret Deventer kommissarisch mit der Leitung der Schule beauftragt und 2000 zur Sonderschulrektorin ernannt. Im Sommer 2000 übernahm Ursula Quadbeck-Baedke die Funktion der Sonderschulkonrektorin.

2013 übernahm Michael Keßebohm die kommisarische Schulleitung, zusätzlich zur Schulleitung der Minister-Stein-Schule aus Eving. Stellvertretender Schulleiter war in diesem Schuljahr Dirk Bollwahn. Zum Schuljahr 2014/2015 übernahm Susanne Neumann kommissarisch die Funktion der stellvertretenden Schulleitung, zusätzlich zur stellvertretenden Schulleitung an der Minister-Stein-Schule.

Zum Schuljahr 2015/2016 wurde die Minister-Stein-Schule geschlossen und mit der Paul-Dohrmann-Schule zusammengelegt. Das gesamte Kollegium und die gesamte Schülerschaft aus Eving kam nun auch zur Schule nach Scharnhorst. Im Zuge der fortschreitenden Inklusion werden immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf an allgemeinen Schulen unterrichtet. Die dadurch an den Förderschulen sinkenden Schülerzahlen machten die Schließung mehrerer Förderschulen in Dortmund notwendig. Die Paul-Dohrmann-Schule konnte sich dank des modernen Schulgebäudes und der günstigen Verkehrsanbindung als zukunftsweisender Schulstandort durchsetzen. Durch die höhere Schülerzahl und durch das neu zusammengewachsene, größere Kollegium wurde das Leben an der Paul-Dohrmann-Schule noch lebendiger.

Zum Schuljahr 2016/2017 will die Paul-Dohrmann-Schule die erste Förderschule Lernen in Dortmund mit gebundenem Ganztag werden.